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Auf Grundlage der Studienergebnisse konnten wir nun Empfehlungen für Sie erarbeiten. Laden Sie sich hier unser «Merkblatt Flachdächer» herunter! Flachdächer sind vor allem als Ersatzlebensräume für so genannte Ruderalstandorte interessant: Das sind Flächen, auf denen der Untergrund fortgerutscht ist, umgebrochen oder fortgespült wurde. Die offenen Flächen werden dann von „Pionierarten“ besiedelt – so bezeichnet man Pflanzen oder Tiere, die als Erste einen neu entstandenen Lebensraum erobern. Auf Ruderalstandorten sind dies Pflanzen, die darauf spezialisiert sind, das grosse Angebot an Platz und Licht trotz des mitunter groben Untergrunds optimal zu nutzen. Die Tiere folgen dann bald nach. Natürliche Ruderalstandorte findet man heutzutage selten: Sie entstehen bei Lawinenniedergängen oder Hangrutschungen und in dynamischen Flussauen, wo das übertretende Wasser immer wieder neue Lebensräume schafft. Doch in diese Vorgänge hat der Mensch vielerorts regulierend eingegriffen. Gerade die Situation entlang von Flüssen mit typischerweise kiesigem Untergrund kann man auf einem Flachdach gut „nachstellen“ – und so wertvollen Lebensraum für vielfältige Arten schaffen. Doch es gibt einiges zu bedenken, damit ein Flachdach seinen vollen ökologischen Wert entfalten kann: Dies hat eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in den Jahren 2005 bis 2009 gezeigt. Stephan Brenneisen, Nathalie Baumann und Doris Tausenpfund haben zwei Aspekte untersucht: Erstens, wie auf Flachdächern eine artenreiche Pflanzengesellschaft etabliert werden kann, und zweitens, was bodenbrütende Vögel brauchen, um dort erfolgreich ihre Jungen grossziehen zu können.
Optimale Artenzusammensetzung durch Direktsaat Zur Begrünung von Flachdächern empfehlen die Experten die so genannte „Direktsaat“: Bei diesem Verfahren wird Schnittgut von einer artenreiche Trockenwiese auf dem Dach verteilt. So gelangen geeignete Samen auf das Dach – und gleichzeitig auch die ersten Nährstoffe. Die „Spenderwiese“ sollte möglichst in der näheren Umgebung liegen und in Bezug auf Wasser- und Lichtversorgung der Fläche auf dem Flachdach entsprechen. Dann ist die Zusammensetzung der Samen optimal. Ein weiterer Vorteil der Direktsaat ist, dass so auch gleich Kleintiere, Moose und Flechten auf das Dach übertragen werden. Die Studienleiter haben herausgefunden, dass das Schnittgut am besten recht dick aufgetragen wird: auf einer Fläche von drei mal drei Metern darf es schon ein ¾ Heuballen sein! Der Erfolg hängt auch von der Artenvielfalt der Spenderfläche und vom Schnittzeitpunkt ab. Ein finanzieller Mehraufwand gegenüber einer „normalen“ Ansaat kann sich durch den Transport auf das Dach ergeben. Deshalb begrünt man das Dach am besten gleich in der Bauphase, wenn noch ein Kran zur Verfügung steht. Frisches Schnittgut ist ein wenig besser geeignet als trockenes, dafür lässt sich trockenes Schnittgut in Ballen transportieren und gegebenenfalls zwischenlagern. Frisches Schnittgut sollte besser nicht gepresst werden, da sich innerhalb kürzester Zeit Schimmelsporen bilden – und das beeinträchtigt die Keimfähigkeit der Samen.
Für Vögel darf`s nicht zu trocken sein Unter den Tieren finden vor allem solche auf Flachdächern eine Heimat, die dort hinfliegen können: Insekten und Vögel. Erstere schätzen ein buntes Blütenangebot und Versteckmöglichkeiten wie Asthaufen. Was Vögel betrifft, sind Flachdächer vor allem für solche Arten interessant, die ihre Nester nicht in Bäumen bauen, sondern sich dafür ein hübsches Plätzchen am Boden suchen: so genannte Bodenbrüter. Zu ihnen gehören der Kiebitz, der Flussregenpfeifer und die Feldlerche. Durch Verbauung und Vereinheitlichung unserer Landschaft finden diese Vögel in der Natur kaum mehr geeignete Plätze um ihre Eier abzulegen, und Flachdächer mit kurzer und lockerer Vegetation können dafür Ersatz leisten. Doch nicht jedes Dach ist als Brutstätte geeignet, wie die Hochschulstudie gezeigt hat. Damit die Jungvögel wirklich über den Köpfen der Firmenangestellten flügge werden können, brauchen sie offensichtlich spezielle Bedingungen – und noch ist die Zahl der Brutpaare auf Schweizern Flachdächern recht überschaubar. Immerhin konnten die Forschenden aber rund zwanzig Kiebitz-Brutpaare beobachten. Ihre Untersuchungen haben erstmalig Hinweise darauf geliefert, woran die Vögel Gefallen finden – und was ihnen weniger behagt. Eine Schlüsselfunktion fällt offenbar dem Wasserhaushalt auf den Flachdächern zu: Wird es im Sommer zu trocken, nimmt die Zahl der Bodenlebewesen ab und somit gibt es für die Jungvögel nichts mehr zu fressen. Möglicherweise plagt sie auch selbst der Durst. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Untergrund dick aufgetragen wird und auch kleine Hügelchen angelegt werden, welche die Feuchtigkeit zurückhalten. Aber Achtung: Das Material kann mitunter recht schwer sein – also vorher prüfen, ob das Dach stark genug ist! Abhilfe können auch Regenwasser-Rückhaltevorrichtungen schaffen, und eine Beschattung durch andere Gebäude wirkt sich ebenfalls positiv aus. Ideal wäre in den heissen Sommermonaten eine künstliche Bewässerung. Ein Risikofaktor sind neben der Trockenheit niedrige Dachkanten, da hier Absturzgefahr besteht – diesem Problem kann man aber leicht beikommen. Offen ist für die Wissenschaftler noch, wie Flussregenpfeifer und Lerchen aufs Firmenareal gelockt werden können – daran werden sie künftig weiterforschen. |
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- dass die gesamte zertifizierte Fläche einem Fünftel der Fläche des gesamten Schweizerischen Bahnnetzes entspricht?
- dass das Wort Philosophie aus dem Griechischen stammt und übersetzt «Liebe zur Weisheit» bedeutet?

